Gnigler

Parker, Breuker, Gnigler!

Ist das der alte, halb vergessene Spirit der Loft-Szene? Kehren etwa die wildbunten Achtzigerjahre zurück? Nein, besser noch: Jakob Gnigler ist ein junger Saxofonist aus Österreich und steht noch am Anfang seiner Karriere. Mit seinem Sextett – zwei Saxofone, Trompete, Violine, Bass, Schlagzeug – erforscht er die Welt der musikalischen Kontraste und Überraschungen. Das Sextett mischt Bop-Phrasierung mit Neue-Musik-Clustern, growlendes Saxofon mit Kammermusik-Erkundungen, spannenden Bläsersätze mit Geräuschcollagen. Ständig wechseln Stile und Rhythmen, die Ideen jagen einander, und zuweilen teilt sich die Band sogar in einen tonale und einen atonale Fraktion. Das alles ist mit viel Temperament, Expressivität und Risiko gespielt – offensiv, frei, löwenmutig. Trotz der ebenso kunstvollen Eklektik der musikalischen Sprache: Das Sextett Gnigler hat eine Menge mit der wirklich „heißen“ Tradition des Jazz zu tun. Ich sage nur: Parker, Breuker, Gnigler! (Hans-Jürgen Schaal, Jazzthetik)

NEW ALBUM OUT NOW: "STRAIGHT ON, DOWNSTAIRS, 2ND DOOR LEFT"

Photos: Peter Purgar, http://www.jazzimbild.at 

Gnigler is...

Jakob Gnigler – Tenorsaxophon

Philipp Harnisch – Altsaxophon

Alex Kranabetter – Trompete

Simon Frick – Geige

Judith Ferstl – Kontrabass

Niki Dolp – Schlagzeug

NEW ALBUM OUT NOW

Mit großer Freude verkünden wir: Das neue Album ist fertig.

Es trägt den Titel "Straight On, Downstairs, 2nd Door Left" und wird beim Wiener Label col legno erscheinen.
Wir haben über ein Jahr intensiv an dem Album gearbeitet, unzählige schöne Studiostunden haben wir verbracht. Nach dem üblichen Prozess von Anhören, Mischen, Anhören, Mischen usw. ist unter dem tontechnischen Fingerspitzengefühl von Werner Angerer ein wunderbares Album entstanden. Danke an alle Beteiligten!

Die Besetzung as usual:
Jakob Gnigler - Tenorsax
Philipp Harnisch - Altsax
Alex Kranabetter - Trompete
Simon Frick - elektrische Geige
Judith Ferstl - Kontrabass
Niki Dolp - Schalgzeug

Großes Release Konzert am 22.Februar 2018 im legendären Blue Tomato Wien. BE A PART OF IT!

Reviews

 Unter den 4 "Platten zum autoritären Charakter" im Freistil #77

Einer der gegenwärtig interessantesten Saxofonisten dieses Landes – interessant, weil er sich nich lediglich an der Jazztradtion abarbeitet, sondern immer auch zeitgenössische und experimentelle Kompositionsversuche in sein Denken über Musik miteinbezieht – ist Jakob Gnigler. Der Wiener, in Linz ausgebildete Tenorist hat mit Philipp Harnisch einen gleichwertigen Altsaxofonisten an seiner Seite, Trompete, Violine, Kontrabass und Schlagzeug komplettieren sein Sextett, das ein Vexierspiel aus Solo- und Duo-Improvisationen in Beziehung setzt, ihr Verhältnis zueinander, ihre Überbrückung, ihre Aufhebung im Kollektiv. Straight On, Downstairs, 2nd Door Left beginnt mit einem einzigen Ton und seinen Mikrointervallen, im Lauf des Albums kommen Jazz-affinere Äußerungen zur Geltung, auf unterschiedlichen Gestaltungswillen hat das keinen Einfluss. Jeder Sound wird hier ernstgenommen, vor dem Hintergrund des souverän beweglichen Rückgrats (Judith Ferstl, Niki Dolp), das den Bandscheiben, dieser Band-Scheibe, genügend Muskulatur verschaffen, nutzen Frick, Kranabetter, Harnisch und nicht zuletzt Gnigler alle Freiheiten und Feinheiten für Expeditionen, denen die Ausgangspunkte Akademie, Eigensinn und Blues, allesamt frisch gekleidet, anzuhören sind. Architektonisch gesprochen: weder Villa noch ödes Eigenheim, sondern sozialer Wohnbau mit ästhetischem Anspruch vulgo Werkbundsiedlung. Statement. (felix)

Konzertkritik

Konzertkritik vom 20.Jänner in Ulrichsberg in den Oberösterreichischen Nachrichten.

Junge Jazz-Löwen beeindruckten in Ulrichsberg

Sie sind ein Gegenentwurf zum gängigen Klischee, das der Jazz nur etwas für bärtige Mittfünfziger sei, die sechs Youngsters von "Gnigler", die am Samstagabend ein gut besuchtes und viel beklatschtes Konzert im Jazzatelier in Ulrichsberg gaben.

"Gnigler" vereinigt einige der vielversprechendsten Talente der jungen österreichischen Szene.

Der namensgebende Tenorsaxofonist Jakob Gnigler schreibt alle Stücke selbst, verleiht ihnen Sinn und eine sehr eigenständige Handschrift. Er balanciert Komposition und Improvisation perfekt aus, nutzt die vielfältigen Soundoptionen, die die Besetzung mit Geige, Alt und Tenorsaxofon, Trompete, Bass und Schlagwerk geben.

Auf dem besten Weg

Statt des manchmal ein wenig banalen Spiels Thema – Soli – Thema, gibt es da Duos, Trios und unbegleitete Soli, ganz großartig Altsaxofonist Philipp Harnisch mit schlanken, fast kühlen Linien, oder Trompeter Alex Kranabetter mit verblüffender Technik und drängendem Engagement.

Gnigler kontrastiert mit warmem, weichem Ton, und Simon Frick nutzt verspielt elektronische Effekte für sein emotionales Geigenspiel. Bassistin Judith Ferstl und Drummer Niki Dolp bilden das verlässliche rhythmische Rückgrat und musizieren in absoluter Augenhöhe. Das klingt manchmal ganz zart und verwundbar, kann aber auch ordentlich krachen. Um diese jungen Leute braucht man sich keine Sorgen zu machen, die sind auf dem bestem Weg. (Christoph Haunschmid, OÖN,22.1.2018)

About

Das 2013 vom jungen österreichischen Saxophonisten Jakob Gnigler gegrün- dete Sexte hat sich eine eigene musikalische Welt gescha en, die voll von nicht Erwartbarem und Unvorhersehbarem steckt. Individuum versus Kollektiv, Komposition versus Improvisation, Hörgewohnheit versus künstlerische Inten- tion – allerorten werden Gegensätze zelebriert, Denkschablonen hinterfragt, Hierarchien u ancen und anderweitigen Stilrichtung-Einsprengsel"

 

"...experimentell, innovativ und verspielt."

Video: Dihydrogensulfat (2014)